Gezielter Daumendruck auf einen Triggerpunkt am Rücken

Triggerpunkttherapie — Myofasziale Schmerzpunkte gezielt behandeln

Therapien & Methoden

Kennen Sie das Gefühl, dass Schmerzen an einer Stelle auftreten, obwohl das eigentliche Problem ganz woanders liegt? Ein klassisches Kennzeichen myofaszialer Triggerpunkte: kleine, hochsensible Verhärtungen in der Muskulatur, die nicht nur lokal schmerzen, sondern Schmerz, Kribbeln oder Taubheit in weit entfernte Körperbereiche ausstrahlen. Ein Triggerpunkt am Schulterblatt kann Kopfschmerzen auslösen; ein Punkt in der Hüftmuskulatur kann als Knieschmerz wahrgenommen werden. Die Triggerpunkttherapie macht diese oft verborgenen Ursachen sichtbar — und behandelt sie gezielt.

Wie funktioniert die Triggerpunkttherapie?

Myofasziale Triggerpunkte sind lokal begrenzte Kontraktionsknoten in der Skelettmuskulatur — Bereiche, in denen einzelne Muskelfasern in einem permanenten Kurzschluss der Kontraktion verbleiben. Ursachen sind chronische Überlastung, akute Verletzungen, einseitige Haltung, Stress oder Kältereize. In diesen Kontraktionsknoten ist die lokale Durchblutung vermindert, Stoffwechselprodukte stauen sich an, und der betroffene Muskelabschnitt bleibt in einem energetisch ungünstigen Dauerspasmus.

Die Behandlung erfolgt nach dem Druck-Dehn-Anspann-Prinzip:

  • Druckphase: Gezielter, anhaltender Druck auf den Triggerpunkt — zunächst mit typisch ausgelöstem Übertragungsschmerz, der abklingt
  • Dehnphase: Sanfte passive oder aktive Dehnung der betroffenen Muskelgruppe zur Verlängerung der verkürzten Fasern
  • Anspann-Entspann-Phase (PIR): Aktive Anspannung gegen leichten Widerstand, gefolgt von tiefer Entspannung — der Muskel „lernt”, loszulassen

Durch diese Kombination wird der Kontraktionsknoten aufgelöst, die lokale Durchblutung normalisiert sich, und der ausstrahlende Schmerz verschwindet häufig schon während oder kurz nach der Behandlung.

Wann ist Triggerpunkttherapie sinnvoll? — Anwendungsgebiete

Spannungskopfschmerzen und Migräne (Triggerpunkte in Nacken, Schulter, Kaumuskulatur)
Chronische Rücken- und Nackenschmerzen
Schultersyndrrome: Impingement, Kalkschulter, Frozen Shoulder (begleitend)
Ischialgiforme Beschwerden durch myofasziale Komponente
Knie- und Hüftschmerzen mit muskulärer Ursache
Tennisellbogen und Golferellbogen
Kieferschmerzen (Bruxismus, Craniomandibuläre Dysfunktion)
Sportliche Überlastungssyndrome und muskuläre Dysbalancen
Post-Covid-Erschöpfung mit muskulärer Steifigkeit

Ablauf einer Triggerpunkt-Behandlung

Zu Beginn ermitteln wir durch Palpation (manuelle Tastbefundung) die aktiven Triggerpunkte. Die Behandlung erfolgt auf der Therapieliege — Sie tragen bequeme, bewegliche Kleidung. Der Therapeut übt gezielten Druck auf die identifizierten Knoten aus; Sie werden gebeten, kurz zu rückmelden, wenn der charakteristische ausstrahlende Schmerz auftritt — das bestätigt die korrekte Lokalisation. Nach der Druckphase folgen Dehn- und Entspannungstechniken. Eine Sitzung dauert 30 bis 50 Minuten. In den ersten ein bis zwei Tagen nach der Behandlung ist ein leichter Muskelkater normal und kein Zeichen einer Verschlechterung. Die Triggerpunkttherapie wird in unserer Praxis häufig mit Kinesiologischem Taping, Faszientechnik oder papimi kombiniert.

Studien & Evidenz

Die myofasziale Triggerpunkttherapie ist in der internationalen Fachliteratur gut dokumentiert. Grundlagenarbeiten von Janet Travell und David Simons (Standardwerk: Myofascial Pain and Dysfunction: The Trigger Point Manual) legen die anatomische und neurophysiologische Basis. Neuere randomisierte Studien zeigen signifikante Effekte auf chronischen Nacken- und Rückenschmerz im Vergleich zu Scheintherapie. Die Methode ist Teil der Leitlinien zur multimodalen Schmerztherapie in Deutschland und Österreich.

Bei diesen Beschwerden setzen wir die Triggerpunkttherapie ein

Die folgenden Beschwerdebilder behandeln wir unter anderem mit der Triggerpunkttherapie — jeweils eingebettet in ein individuelles Gesamtkonzept:

Bandscheibenvorfall · Achillodynie · Spinalkanalstenose · Impingement-Syndrom · Kalkschulter · Kopf, Rücken & Wirbelsäule · Schulter & Ellbogen · Knie · Hüfte · Fuß & Sprunggelenk · Neuroforamenstenose

Ihr nächster Schritt

Wenn Ihre Schmerzen trotz Physiotherapie, Massagen oder Medikamenten nicht dauerhaft nachlassen, könnte eine myofasziale Ursache der Grund sein. Lassen Sie sich beraten.

Oder rufen Sie uns an: +43 650 6943312 E-Mail: info@gesundheitspraxis.cc

Wichtiger rechtlicher Hinweis

Die Heilmassage und die weiteren heilmasseurischen Leistungen werden auf Grundlage einer ärztlichen Verordnung durchgeführt – durch Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt, eine Facharztpraxis oder eine Klinik. Eine ärztliche Abklärung und Anordnung ist in jedem Fall erforderlich; der Heilmasseur wird ausschließlich auf dieser Grundlage tätig.

Rechtlich gilt dabei: Der anordnende Arzt trägt die Verantwortung für die Anordnung (Anordnungsverantwortung), der Heilmasseur trägt die Verantwortung für die fachgerechte Durchführung (Durchführungsverantwortung). Grundlage ist das österreichische Medizinischer Masseur- und Heilmasseurgesetz (MMHmG).

Wir stellen keine Diagnosen und ersetzen keine ärztliche Behandlung. Bei unklaren, akuten oder schweren Befunden verweisen wir Sie an die ärztliche Abklärung und arbeiten dazu mit Orthopädie und Radiologie zusammen.

Diese Information ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Die Therapie wird im persönlichen Gespräch und nach sorgfältiger Befunderhebung auf Sie abgestimmt.