Sanfte, streichende Griffe der manuellen Lymphdrainage

Manuelle Lymphdrainage

Therapien

Die manuelle Lymphdrainage ist eine besonders sanfte Form der Spezialmassage. Mit langsamen, rhythmischen und flächigen Griffen wird der Abfluss der Lymphflüssigkeit angeregt und gestautes Gewebe entlastet. Anders als bei der klassischen Heilmassage geht es nicht um Druck in die Tiefe, sondern um eine gezielte, weiche Verschiebung der Haut über dem darunterliegenden Gewebe – genau so, wie es das Lymphsystem braucht.

In unserer Praxis ist die Lymphdrainage häufig der erste Schritt einer Behandlungsserie: Sie reduziert den Gewebedruck und schafft die Voraussetzung dafür, dass andere Verfahren – papimi, BEMER, Ultraschall oder manuelle Techniken – ihre Wirkung besser entfalten können.

Wie wirkt die manuelle Lymphdrainage?

Das Lymphsystem transportiert Gewebeflüssigkeit, Eiweiße und Stoffwechselprodukte aus dem Zwischenzellraum zurück in den Blutkreislauf. Nach Verletzungen, Operationen oder bei entzündlichen Reizzuständen fällt mehr Flüssigkeit an, als das System abtransportieren kann – es entsteht eine Schwellung (Ödem). Die manuelle Lymphdrainage setzt genau hier an:

  • Anregung der Lymphgefäßmotorik: Die rhythmischen Griffe steigern die Eigenbewegung der Lymphgefäße und damit ihre Transportkapazität.
  • Verschiebung der Flüssigkeit: Die Behandlung folgt der Abflussrichtung. Zuerst werden die zentralen Lymphknotenstationen (Hals, Achsel, Leiste) angeregt, dann wird die Flüssigkeit aus dem gestauten Areal in Richtung dieser Stationen verschoben.
  • Senkung des Gewebedrucks: Weniger Flüssigkeit im Gewebe bedeutet weniger Druck auf Nerven und Schmerzrezeptoren, mehr Beweglichkeit und eine bessere Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff und Nährstoffen.
  • Beruhigende Wirkung: Die sanften, gleichmäßigen Griffe sprechen das parasympathische Nervensystem an – viele Patientinnen und Patienten erleben die Behandlung als tief entspannend.

Wann setzen wir sie ein? — Anwendungsgebiete

Schwellungen nach Verletzungen: Verstauchung, Prellung, Bänder- oder Muskelfaserriss, nach Knochenbrüchen (nach ärztlicher Freigabe)
Schwellungen nach Operationen: z. B. nach Knie-, Hüft-, Schulter- oder Fußoperationen – zur Unterstützung von Wundheilung und Narbenpflege
Ödematöse Reizzustände an Gelenken und Sehnen: Knochenmarködem, aktivierte Arthrose, Schleimbeutelentzündung, Achillodynie, Impingement-Syndrom, Kalkschulter
Begleitende Schwellung im Wirbelsäulensegment: bei Bandscheibenvorfall und Neuroforamenstenose
Hand: Sehnenscheidenentzündung und Karpaltunnelsyndrom als entstauende Begleitbehandlung
Lymphödem und Lipödem: in Absprache mit dem behandelnden Arzt bzw. der Ärztin als Baustein der komplexen physikalischen Entstauungstherapie (KPE)
Sportliche Regeneration: schnellerer Abbau belastungsbedingter Schwellungen nach intensiven Einheiten oder Wettkämpfen

Grenzen und Vorsicht: Die manuelle Lymphdrainage wird nicht durchgeführt bei akuten Infektionen und fieberhaften Erkrankungen, akuter Thrombose oder Venenentzündung, dekompensierter Herzschwäche, akuter Wundrose (Erysipel), unbehandelten bösartigen Erkrankungen sowie bei akuten Hautentzündungen im Behandlungsgebiet. Bei Schilddrüsenerkrankungen, niedrigem Blutdruck, Asthma und in der Schwangerschaft passen wir die Grifftechnik an oder lassen einzelne Regionen aus. Im Erstgespräch klären wir gemeinsam, ob die Lymphdrainage für Sie geeignet ist – Grundlage ist die ärztliche Verordnung.

Ablauf und Dauer

Sie liegen bequem und entspannt; das zu behandelnde Areal ist frei. Die Behandlung beginnt immer zentral – mit sanften Griffen am Hals bzw. an den zuständigen Lymphknotenstationen – und arbeitet sich dann zum gestauten Bereich vor. Die Griffe sind langsam, rhythmisch und schmerzfrei; ein Druck, wie Sie ihn von der Heilmassage kennen, wäre hier sogar kontraproduktiv.

Eine Behandlung dauert in der Regel 45 Minuten. Bei frischen Schwellungen sind mehrere Behandlungen in kurzen Abständen sinnvoll (etwa zwei bis drei pro Woche). Bei chronischen Reizzuständen betten wir die Lymphdrainage meist in eine Kombinationsbehandlung ein – etwa vor papimi oder BEMER oder als Abschluss einer manuellen Einheit. Kinesiologisches Lymphtaping kann den Effekt zwischen den Terminen unterstützen.

Berufsrechtliche Grundlage und Qualifikation

Die manuelle Lymphdrainage zählt zu den Spezialmassagen, die das österreichische Medizinischer Masseur- und Heilmasseurgesetz (MMHmG) dem Heilmasseur nach ärztlicher Anordnung ausdrücklich zuweist. René Kricker hat die manuelle Lymphdrainage im Rahmen der Heilmasseur-Ausbildung am Ausbildungszentrum Dr. Bergler in Graz erlernt und 2019 in der Lymphklinik Wolfsberg (Kärnten) hospitiert – einer auf Lymphologie spezialisierten Einrichtung in Österreich.

Bei diesen Beschwerden setzen wir die manuelle Lymphdrainage ein

Die folgenden Beschwerdebilder behandeln wir unter anderem mit der manuellen Lymphdrainage – jeweils eingebettet in ein individuelles Gesamtkonzept:

Knochenmarködem · Achillodynie · Impingement-Syndrom · Kalkschulter · Knie · Hüfte · Fuß & Sprunggelenk · Hand & Handgelenk · Neuroforamenstenose · Bandscheibenvorfall

Ihr nächster Schritt

Sie haben eine ärztliche Verordnung und eine Schwellung, die nicht abklingen will? Vereinbaren Sie ein Erstgespräch – wir sehen uns Befund und Beschwerdebild gemeinsam an und planen die Entstauung als Teil Ihres Therapiekonzepts.

Oder rufen Sie uns an: +43 650 6943312 · E-Mail: info@gesundheitspraxis.cc

Wichtiger rechtlicher Hinweis

Die Heilmassage und die weiteren heilmasseurischen Leistungen werden auf Grundlage einer ärztlichen Verordnung durchgeführt – durch Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt, eine Facharztpraxis oder eine Klinik. Eine ärztliche Abklärung und Anordnung ist in jedem Fall erforderlich; der Heilmasseur wird ausschließlich auf dieser Grundlage tätig.

Rechtlich gilt dabei: Der anordnende Arzt trägt die Verantwortung für die Anordnung (Anordnungsverantwortung), der Heilmasseur trägt die Verantwortung für die fachgerechte Durchführung (Durchführungsverantwortung). Grundlage ist das österreichische Medizinischer Masseur- und Heilmasseurgesetz (MMHmG).

Wir stellen keine Diagnosen und ersetzen keine ärztliche Behandlung. Bei unklaren, akuten oder schweren Befunden verweisen wir Sie an die ärztliche Abklärung und arbeiten dazu mit Orthopädie und Radiologie zusammen.

Diese Information ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Die Therapie wird im persönlichen Gespräch und nach sorgfältiger Befunderhebung auf Sie abgestimmt.